Silbersee 2 100 Jahre 1984
Teil 18 / Etwas für die Bildung aus dem Jahre 1984/Firmenvorstellung.
Anmerkung: Zu dieser Zeit gab es (fast) noch keine Smartphones und Photovoltaik, die auch sehr viel Quarzsand brauchen.5000 Tonnen Quarzsand rollen täglich von Sythen aus in alle Welt. Der Sythener Quarzsand aus dem Silbersee 2 ist in der ganzen Welt begehrt.
Quarzwerke fördern seit 1924 / Schneidkopf-Saugbagger „Münsterland“ auf den Silbersee 2.
Dülmen/Sythen (hra). Wenn Jakob Hall durch den Flur des Verwaltungsgebäudes der Quarzwerke GmbH geht, dann läuft er an großen Vitrinen vorbei, in denen Dinge liegen, die aus eben dem Rohstoff gefertigt wurden, der in Haltern-Sythen aus großen Teichen gefördert wurde und immer noch wird. Eine Cola-Flasche ist ebenso vertreten wie eine Glühbirne oder eine Bierflasche. Auch die Scheiben, die aus Quarzsand aus den Quarzwerken bestehen. Seit 1924 wird der Sand aus einer der größten Quarzsandlagerstätten Europas, den sogenannten Halterner Sanden, gefördert. Sie erstrecken sich über eine Flächenausdehnung von 900 Quadratkilometern im Rechteck Rechelhausen, Dorsten, Borken und Coesfeld. Aus diesen gewinnen die Quarzwerke, wie Hall erklärt, hochreine Quarzsande auf einer Fläche von sechs Quadratkilometern, die nicht durch andere Nutzung abgedeckt ist.
Mithilfe des Schneidkopfsaugbaggers "Münsterland" wird zurzeit im Tagebau im Gebiet Haltern-West (Silbersee 2) der Sand gefördert. Der mit dem Bagger geförderte Sand, erklärt der Fachmann weiter, wird mithilfe von Pumpen durch Rohrleitungen unter der ehemaligen B 51 in den Betrieb zu einem Vorratsteich befördert und dort im Wasser abgelagert. Von einem kleineren Sauschiff wird der Sand dann von dort in die Aufbereitungstransportanlage transportiert, anschließend gewaschen und in drei Sorten getrennt, die durch ihren Kornaufbau vorgegeben sind (fein, mittel und grob). Die Kunden suchen sich dann die jeweilige Körnung aus. Täglich rollen 150 bis 250 LKWs über die Quarzwerkstraße zum Betrieb. 70 Prozent der Sande gehen über die Straße und 30 % über Schiene. Hier bei Verlassen des Werks verlassen 30 bis 80 Waggons das Werk. Somit verlassen täglich 3000 bis 3500 Tonnen Quarzsand das Werk in Haltern-Sythen. Quarzsande sind in vielen Einsatzbereichen unverzichtbar, wie in Glas, Keramik oder auch in der Kunststoffherstellung, der Fertigung von Mikrochips, im Baubereich und als Vogelsand. „Wir haben ein Tief, das läuft mit der Konjunktur“, erklärt Hall. Von der Rezession sind auch die Quarzwerke genauso betroffen. Einen permanenten Rückgang verzeichnete das Werk im Glasbereich durch das Recycling von Glasflaschen. Aber auch bei den Gießereien sei es zu Einbußen gekommen. Das, so Hall, liege an der Umweltgesetzgebung, die die Deponiefähigkeit der Altsande in den Gießereien erschwere. „Wir haben mehr als 30 % Mengenverlust. Doch immer machte die Quarzwerke in Haltern-Sythen im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 40 Millionen Mark. Geliefert wird in der gesamten Bundesrepublik und auch im Ausland ist der Quarzsand aus Sythen sehr begehrt. Die große Menge blieb aber im Umkreis von ca. 100 km. Auf dem 315 Hektar großen Betriebsgelände wird in drei Schichten gearbeitet. Der Saugbagger wird nur nachts eingesetzt.
Zum Teil Quellenangabe: Dülmener Zeitung 1984
Luftaufnahme: Luftbilder. Geoportal. Ruhr Silbersee 2 bis 2003

